Mein Zugang zum Ehrenamt kommt nicht aus der Theorie, sondern aus eigener Praxis. Die GATE e.V. (Göttinger Akademie für Training und Entwicklungsförderung) habe ich von der ersten Idee an aufgebaut, mit allem, was dazugehört: Satzung, Finanzierung, Mitgliederakquise, laufende Vorstandsarbeit. Diese Erfahrung, einen Verein wirklich am Laufen zu halten, prägt bis heute meinen Blick auf Vereinsberatung.
Die einzelnen Bausteine, die ich heute anbiete, kenne ich aus erster Hand. In einer international aktiven, überparteilichen Service- und Nachwuchsorganisation für junge Erwachsene mit rund 250.000 Mitgliedern in etwa 11.000 Clubs weltweit1 habe ich als Clubpräsident Mitgliedergewinnung und Vereinsstruktur selbst verantwortet und als stellvertretender Sprecher auf Distriktebene Übergaben und Nachfolgefragen begleitet. In einem der großen parteinahen Begabtenförderungswerke in Deutschland, das aktuell rund 3.500 Studierende und Promovierende in etwa 130 Hochschulgruppen fördert2, habe ich als Sprecher einer Hochschulgruppe Struktur und Übergabe an eine Nachfolge organisiert. In einem europaweiten, überparteilichen Bildungsformat für Jugendliche zu europäischer Politik und Debatte, das jährlich mehr als 30.000 junge Menschen in rund 40 Ländern erreicht3, habe ich als Organisator und akademischer Trainer daran gearbeitet, komplexe Inhalte verständlich und wirksam zu vermitteln, dieselbe Aufgabe, die auch hinter Leitbild- und Außendarstellungsarbeit für Vereine steht. Im Kirchenvorstand einer evangelischen Kirchengemeinde und als Betreuer und Lagerpfarrer bei einem christlichen Sommerlager für Kinder und Jugendliche wiederum habe ich gelernt, wie eng Vereinsarbeit und persönliche Begleitung von Menschen zusammenhängen.
Parallel dazu habe ich Rechtswissenschaften in Göttingen und Hamburg studiert und im November 2025 mit dem Ersten Staatsexamen abgeschlossen. Praktische Stationen als wissenschaftlicher Mitarbeiter in einer internationalen Wirtschaftskanzlei und als studentische Hilfskraft in einer Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft haben diese Ausbildung ergänzt, dazu ein Pflichtpraktikum an einem Oberlandesgericht. Die juristische Ausbildung schärft den Blick für Stringenz, Struktur und sauber organisierte Prozesse, das Ehrenamt liefert die Praxis darin, genau das unter realen Bedingungen umzusetzen und immer wieder zu reflektieren, was tatsächlich funktioniert.
ehrenwert bringt beides zusammen: die gelebte Erfahrung des Engagierten und die Methodik des Beraters. Mit dem Ziel, dass Vereine nicht an ihrer Struktur scheitern, sondern an ihr wachsen.
Ehrenamtliches Engagement ist eine der wertvollsten Ressourcen einer Gemeinschaft. Es entsteht aus Überzeugung, nicht aus Verpflichtung. Genau deshalb verdient es professionelle Unterstützung, damit aus gutem Willen tragfähige, dauerhafte Strukturen werden, die auch nach der aktuellen Generation von Engagierten Bestand haben.